Im Rahmen des EU-Interreg-Forschungsprojekts CCM2040 (Climate Change Mitigation), an dem die Gemeinde Moosburg seit 2025 teilnimmt, waren wir kürzlich Gastgeber eines internationalen Netzwerktreffens. Vertreterinnen und Vertreter aus der Südtiroler Gemeinde Ritten bei Bozen, des Ökoinstituts Südtirol, der Stadt Tarvis und der Universität Udine (Italien) sowie der Fachhochschule Kärnten (Abteilung Wirtschaft und Energie) und des Landes Kärnten (Energieabteilung) kamen zwei Tage lang in Moosburg zusammen, um sich über konkrete Wege in Richtung klimafitte Gemeinden auszutauschen.

Gemeinsam lernen – über Grenzen hinweg

Im Mittelpunkt des Treffens stand der offene Erfahrungsaustausch zwischen den Partnerregionen. Ziel war es, voneinander zu lernen, Herausforderungen ehrlich zu diskutieren und neue Impulse für die eigene Gemeinde mitzunehmen. Dass viele Fragen und Hürden länderübergreifend ähnlich sind, wurde im Laufe des Treffens besonders deutlich.

Moosburg präsentierte sich dabei als „Zukunftsort“, in dem Klimaschutz und Lebensqualität gemeinsam gedacht werden. Besonderes Interesse galt der Rolle der Ortskernkümmererin, die als zentrale Anlaufstelle Bürger:innen einbindet, Initiativen vernetzt, Leerstände wieder in Nutzung bringt und Umsetzungsprozesse vor Ort vorantreibt.

Auch die Projektpartner brachten wertvolle Einblicke mit:

  • Ritten (Südtirol)zeigte innovative Wege der Bewusstseinsbildung und Bürger:innenbeteiligung im Bereich Energieeffizienz
  • Tarvis (Italien)berichtete aus der Praxis beim Aufbau einer Energiegemeinschaft

„In der gemeinsamen Diskussion wurde deutlich, dass der Schritt vom Interesse am Thema Klimaneutralität hin zu tatsächlicher Veränderung eine der größten Herausforderungen auf diesem Weg bleibt“, so Sonja Abrate, Geschäftsführerin des Ökoinstituts Südtirol.

Vorzeigeprojekte besucht

Neben gemeinsamen Arbeitsessen mit hervorragender regionaler Küche im Gasthaus Tigringerhof stand der Besuch konkreter Beispiele aus Moosburg im Fokus. Die internationalen Gäste erhielten direkte Einblicke in laufende Initiativen und Projekte:

  • das Wertstoffsammelzentrum Moosburg–Pörtschach–Techelsbergals Modell interkommunaler Zusammenarbeit im Bereich Wiederverwendung von Materialien (Kreislaufwirtschaft)
  • die Bäckerei Wienerroitherals Beispiel gelungener lokaler Wertschöpfung und lokaler PV-Stromproduktion
  • der Campus Moosburgals Ort für Bildung, Austausch und Zukunftsentwicklung sowie als Standort mit der größten PV-Fläche im Zentrum

„Unsere Praxisbeispiele zeigen eindrucksvoll, wie Klimaschutz auf kommunaler Ebene umgesetzt werden kann – das gelingt nur durch Zusammenarbeit, Engagement und innovative Ansätze“, so Hausherr und Bürgermeister Herbert Gaggl.

Ein starkes Netzwerk für die Zukunft

„Das Netzwerktreffen hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig die Teilnahme an internationalen Forschungsprojekten für eine Gemeinde wie Moosburg ist, wieviel wir voneinander lernen können und dass und ein offener Dialog die Grundlage für wirksame Maßnahmen auf dem Weg zur Klimaneutralität bilden“, so Vizebürgermeister Roland Gruber.

Der nächste Best-Practice-Austausch ist bereits geplant und wird im Herbst 2026 in Tarvis in Italien stattfinden. Der Abschluss des Forschungsprojekts mit konkreten Maßnahmen für die teilnehmenden Gemeinden ist für Mitte 2027 anvisiert.