Mit einem Besuch in Leppen, einer Ortschaft der Marktgemeinde Bad Eisenkappel, fand das KulturTandem zwischen Moosburg und Bad Eisenkappel eine stimmungsvolle Fortsetzung. Auf Einladung von Willi Ošina, dem Obmann des Slowenischen Kulturvereins Zarja, besuchten die Verantwortlichen des KulturTandems vom Volksgruppenbüro Land Kärnten und der Marktgemeinde Moosburg die Organisatoren aus Bad Eisenkappel.

Gemeinsam wurde der Transformator besucht – ein außergewöhnlicher Kulturort in einem der ältesten Gebäude Eisenkappels mitten im Ortskern, der Geschichte, Erinnerung und Zukunft miteinander verbindet und derzeit Mittelpunkt eines EU-Projekts ist. Der Theaterregisseur und Kulturarbeiter Zdravko Haderlap führte durch das Projekt und zeigte, wie historische Dokumente, Literatur, Filme und Zeitzeugenberichte gesammelt und als Grundlage für kulturelle Arbeit und Ortsentwicklung genutzt werden.

Anschließend stand der Besuch der alten Schule in Leppen auf dem Programm, die heute als Kirche und zugleich als Veranstaltungsort sowie als Dorfmittelpunkt dient. Den Abschluss bildete der Besuch der ehemaligen Volksschule, die heute Wohnort von Willi Ošina und seiner Familie sowie ein kulturelles Zentrum ist. Dort sind die ArtBox und die Literaturklasse untergebracht, die sich der reichen Literatur- und Kulturgeschichte der Region widmen. Beeindruckend ist die Vielzahl bedeutender Schriftstellerinnen und Schriftsteller wie Maja Haderlap oder Florian Lipuš, die aus dem unmittelbaren Umfeld stammen und hier ihre Schulzeit verbrachten. Ihre Werke erzählen von Heimat, Vertreibung, Krieg, Sprache und Gerechtigkeit und bewahren Erinnerungen, die sonst verloren gehen würden. Die Literaturklasse versteht sich deshalb als lebendiger Lern-, Erinnerungs- und Begegnungsraum.

Den Abschluss bildete eine gemeinsame Speck-Grillerei mit vielen guten Gesprächen im Garten der Volksschule. Die Marktgemeinde Moosburg bedankte sich dabei unter dem Motto: „Freundschaft kennt keine Grenzen – Prijateljstvo ne pozna meja“ mit „Zupfreindlingen“ der Bäckerei Wienerroither sowie mit dem eigens für diesen geglückten Kulturaustausch komponierten Freundschaftslied. Dieses musikalische Geschenk ist ein Ausdruck dafür, dass aus dem gemeinsamen Kulturjahr weit mehr entstanden ist als ein Projekt: eine echte Freundschaft zwischen zwei Gemeinden.